Auf Schloss Rochlitz erwartet Sie seit Saisonbeginn 2017 das erste VR-Projekt im Schlösserland Sachsen. Mit einer sogenannten VR (Virtual Reality)-Brille erleben Sie die historischen Bauzustände der Hauptmannsstube ganz neu.
Ein Rundgang durch die Jahrhunderte
In die VR-Brille ist eine App integriert. Sie zeigt die Hauptmannstube als virtuelle 3D-Animationen. Wer die Brille aufsetzt, findet sich in einer virtuellen Animation des Raumes wieder. Sie navigieren interaktiv mit den Augen durch die Animation und können so den Raum in verschiedenen historischen Epochen „besuchen“ und sich darin umschauen. Navigieren Sie sich beispielsweise in den mittelalterlichen Bauzustand, begrüßt Sie das knackende Feuer eines wiederhergestellten Kamins. In der Variante des gotischen Raumes faszinieren detailliert bemalte Wände. Bemerkenswert in der Animation des Raumes zur Renaissance-Zeit sind vor allem die eindrucksvoll gestalteten Decken.
Neue Möglichkeiten für die Vermittlung von Museumsinhalten
Dem Besucher werden komplexe Geschichten anschaulich und einfach nachvollziehbar vermittelt. Er kann sich mit einer VR-Brille in historische Bauzustände hineinversetzen. Durchschreiten Sie zum Beispiel einen heute nur noch als Fragment sichtbaren gotischen Torbogen oder bewundern Sie das prasselnde Feuer in einem längst überbauten romanischen Kamin. Derzeit zeigen die Animationen drei historische Epochen. Künftig werden es fünf sein.
Durch den Zwinger wandeln, wie August ihn sich einst erträumte
Das Schlösserland Sachsen gehört mit diesem Projekt zu den ersten unter den deutschen Schlösserverwaltungen und Schlossmuseen, die die neue Technologie der Virtual Reality entdecken und erproben. Oft ist die Geschichte der sächsischen Schlösser Burgen und Gärten nicht mehr sichtbar. Von vielen historischen Bauzuständen wissen wir nur durch die unermüdliche Arbeit unserer Experten und Wissenschaftler. Denkt man an das nicht mehr sichtbare Kloster Altzella, die verschiedenen Bauformen von Schloss Rochlitz oder die nicht verwirklichten Pläne des Barockgartens Großsedlitz und des Dresdner Zwingers: Die neue VR Technologie birgt großes Potenzial diese historischen Schätze erlebbar zu machen.
Die Hauptmannsstube – 800 Jahre Baugeschichte in einem Raum
In der Hauptmannsstube zeugen Fragmente von der bewegten 800-jährigen Baugeschichte des Schlosses. So gab es im 12. Jahrhundert einen großen Kamin, der heute nur noch bruchstückhaft in der Wand sichtbar ist. Weitere Reste aus der Zeit der Gotik, Renaissance, des Klassizismus und der vergangenen 100 Jahre sind ebenfalls noch erkennbar. Sie sind jedoch nicht mehr vollständig.